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Jungfrau

Die Jungfrau (lateinisch Virgo, astronomisches Zeichen ♍) ist ein Sternbild auf der Ekliptik.

Die Jungfrau (lateinisch Virgo, astronomisches Zeichen ♍) ist ein Sternbild auf der Ekliptik.

Beschreibung

Die Jungfrau ist (nach der Wasserschlange) das zweitgrößte Sternbild am Himmel. Sie liegt zwischen dem Löwen (Leo) und der Waage (Libra). Die hellsten Sterne sollen eine liegende Person darstellen.

Der hellste Stern ist Spica mit einer scheinbaren Helligkeit von 0,98<sup>m</sup>. Spica ist in der Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen über den hellen Arcturus im Sternbild Bärenhüter zu finden.

Durch die Jungfrau zieht sich die Ekliptik, daher wandern die Sonne, der Mond und die Planeten durch das Sternbild. Es gehört damit zu den Tierkreiszeichen. Aufgrund der Präzessionsbewegung der Erdachse hat sich der Zeitpunkt des Sonnendurchgangs gegenüber der Antike verschoben. Die Sonne hält sich derzeit vom 17. September bis zum 30. Oktober in der Jungfrau auf. Der Herbstpunkt liegt gegenwärtig in der Jungfrau.

Im Sternbild Jungfrau befindet sich der riesige Virgo-Galaxienhaufen, der etwa 2.000 Galaxien enthält. Mehrere der Galaxien können bereits mit kleinen Teleskopen beobachtet werden.

Geschichte

Erstmalig erwähnt wird das Sternbild in Mesopotamien; es war dort unter den Namen <sup>MUL</sup>AB.SIN bzw. šir’u (Ackerfurche) sowie auch unter <sup>d</sup>šala šubultu (Gott/Göttin Schala, die Kornähre) bekannt. Vom Umfang her entsprach es dem heutigen Sternbild Jungfrau, genauer demjenigen Teil davon, der sich südlich der Ekliptik befindet. Der heliakische Aufgang des Sternbildes, um 2700 v. Chr. Mitte August<ref name=SC>Berechnungen über das astronomische Programm Sky-Chart III*</ref> und später um 1900 v. Chr. Ende August,<ref name=SC>Berechnungen über das astronomische Programm *Sky-Chart III*</ref> zeigte den Bauern den nahenden Arbeitsbeginn des neuen Jahreszyklus auf dem Feld an. Der/die Gott/Göttin Schala, trägt in <sup>MUL</sup>APIN selbst den Beinamen *Kornähre, da der Aufgang des Sternbildes die Endphase der Ernte (Einbringen der Ernte) symbolisierte. Explizit bezog sich die Kornähre auf den Stern Spica (lat. „Ähre“), aber weil Spica der erstaufgehende Stern der Konstellation war, wurde das Sternbild nach diesem Stern benannt. Das gesamte Sternbild Jungfrau hatte um 2700 v. Chr. am 29. August<ref name=SC>Berechnungen über das astronomische Programm *Sky-Chart III*</ref> und um 1900 v. Chr. am 6. September<ref name=SC>Berechnungen über das astronomische Programm *Sky-Chart III*</ref> in Mesopatamien seinen heliakischen Aufgang. Weitere Verbindungen des Sternbildes werden zu Ishtar, Isis oder Cybele hergestellt.

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Bei den Griechen der Antike existierten unterschiedlichste Deutungen. So sah man in dem Sternbild Athene, Hera, Persephone, Kallisto, Dike, Astraea oder Erigone.

Die Jungfrau gehört zu den 48 Sternbildern der antiken Astronomie, die von Ptolemäus beschrieben wurden.

Mythologie

In der Mythologie aus Mesopotamien wurde das Sternbild Jungfrau auch mit Inanna aus dem Gilgamesch-Epos in Verbindung gebracht. Inanna schickte den Himmelsstier auf die Erde, um die Taten des Gilgamesch und Enkidu zu strafen. Als astronomischer Vorgang fand diese Mythe am Himmel ihr Gegenstück. Mit dem heliakischen Aufgang des Sternbilds Jungfrau ging zeitgleich das Sternbild Stier unter; im mythologischen Kontext folgte dem Aufstieg von Inanna das Herabkommen des Stiers auf die Erde, der zudem in dieser Funktion die Rolle des Regenbringers und des Pflug-Ochsen übernahm.

Aus der klassischen griechischen Mythologie sind folgende Versionen überliefert:

So soll das Sternbild Persephone, die Tochter der Getreide- und Fruchtbarkeitsgöttin Demeter und Zeus darstellen. Eines Tages wurde Persephone von Hades, dem Gott der Unterwelt, entführt, der sie zur Braut nahm. Selbst Zeus konnte sie vor diesem Schicksal nicht bewahren, sondern lediglich eine Vereinbarung treffen, nach der Persephone die eine Hälfte des Jahres bei ihrem Mann Hades verbringen musste, und die andere Hälfte an die Oberfläche zurückkehren durfte.

Nach einer anderen Quelle verkörpert das Sternbild die Göttin Dike, Tochter der Themis. Dike lebte zu einer sehr frühen Zeit auf Erden, zu der es noch keinen Krieg und Gewalt gab und die Erde dem Garten Eden glich. Als sich jedoch die Menschheit erzürnte, flüchtete sie in die Berge und schließlich an den Himmel.

Es soll sich aber auch um Astraea, die jungfräuliche Tochter der Themis und des Zeus gehandelt haben. Sie verkörperte die Gerechtigkeit und Justiz. Aufgrund der Ungerechtigkeit unter den Menschen und deren Gefühllosigkeit kehrte sie enttäuscht in den Himmel zurück. Neben ihr steht das Sternbild Waage, als Sinnbild der Gerechtigkeit.

In einer weiteren Version stellt das Sternbild Erigone dar, und steht in Verbindung mit den benachbarten Sternbildern Bärenhüter und Kleiner Hund. Der Gott Dionysos lehrte Ikarios, den Vater der Erigone, die Kunst des Weinanbaus. Ikarios wollte seinen Wein schließlich unter die Menschen bringen und gab ihn einigen Bauern zum Kosten. Diese hatten noch nie zuvor Wein getrunken und töteten Ikarios, da sie dachten, dass er sie vergiften wollte. Erigone machte sich schließlich mit dem Hund Maira auf die Suche nach dem Vater. Sein Hund fand die Stelle, an der er vergraben wurde, und aus Trauer wählte Erigone den Freitod und erhängte sich an einem Baum. Der Hund starb daraufhin an Einsamkeit und wurde als Hundsstern, auch Sirius genannt, im Sternbild Großer Hund, wiedergeboren. Ikarios fand als Sternbild Bärenhüter Eingang in das Himmelsreich.

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